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Multi Factor Authentication (MFA): Warum sie unverzichtbar ist und wie Unternehmen sie einführen

Veröffentlicht am 6. März 2026

Passwörter sind nach wie vor ein grundlegendes Element für den Schutz von Online-Konten, aber sie reichen nicht mehr aus, um aktuelle Angriffstechniken abzuwehren. Unternehmen müssen ihr Sicherheitsniveau erhöhen, um das Risiko des Eindringens, des Datendiebstahls oder finanzieller Verluste zu begrenzen. Die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) fügt eine wesentliche Sicherheitsebene hinzu, da sie mehrere Identifikationselemente miteinander kombiniert. Hier erfahren Sie, warum die MFA unverzichtbar geworden ist und wie man sie effektiv einsetzt. 

 

Warum Passwörter allein keine ausreichende Cybersecurity mehr bieten 

Der Zugang zu Geschäftssystemen oder zu vielen privaten Websites erfolgt oft immer noch über ein einfaches Passwort. Dieser Ansatz entspricht jedoch nicht mehr dem heutigen Bedarf an Zugriffssicherheit. Die Angreifer nutzen Brute-Force-Angriffe, Phishing-Kampagnen oder holen sich Passwörter, die nach massiven Lecks im Internet veröffentlicht wurden. Egal ob Desktop-Computer, Smartphone oder Tablet – die Risiken sind identisch: Ein kompromittiertes Passwort reicht aus, um die Kontrolle über ein Konto zu übernehmen. 

Herkömmliche Sicherheitsfragen lösen das Problem nicht. Sie sind leicht zu erraten, oft öffentlich und werden selten geändert. Sie stellen zusätzlichen Arbeitsaufwand dar, ohne wirklichen Schutz zu bieten. Eine gestohlene Telefonnummer oder eine kompromittierte E-Mail-Adresse reicht manchmal aus, um allzu einfache Schutzmassnahmen zu umgehen. 

 

Eine robustere Methode: Zwei-Faktor-Authentifizierung 

Dass es einer stärkeren Authentifizierung bedarf, ist offensichtlich. Doch selbst mit fortschrittlicher Cybersecurity-Software bleiben menschliche Schwächen bestehen. Nicht wenige Menschen verwenden für mehrere Online-Konten dasselbe Passwort, was die Auswirkungen einer Sicherheitsverletzung noch vergrössert. Die zweistufige Verifizierung per SMS ist seit Langem eine weit verbreitete Lösung, aber sie stützt sich auf eine Telefonnummer, die gekapert werden kann. Ausserdem ist diese Methode vom Mobilfunknetz abhängig und kann für SIM-basierte Angriffe anfällig sein. 

Unternehmen müssen sich mit dem zweiten Schritt der Authentifizierung ernsthafter befassen. Ein zweiter Faktor, der auf Besitz oder Inhärenz beruht, erhöht die Sicherheit signifikant. Ein Fingerabdruck, ein Hardware-Schlüssel oder eine dedizierte Anwendung erschweren eine Kompromittierung erheblich. 

 

Grenzen der SMS-basierten 2FA 

Viele Mitarbeitende in Unternehmen sind der Meinung, dass der Empfang eines Codes per SMS auf ihrem Handy ausreichende Sicherheit bietet. Doch die Realität sieht anders aus. 

Diese Methode hat ihre Grenzen: 

  • Risiken durch das Umleiten oder Kapern der Telefonnummer
  • Risiken im Zusammenhang mit Mobilfunknetzen
  • Abhängigkeit vom physischen Telefon
  • Mögliches Abhören auf bestimmten Android-Geräten
  • Gleiches Problem bei Codes, die über automatisierte Anrufe übermittelt werden 

Aus diesen Gründen empfehlen Experten heute fortschrittlichere Methoden. Eine Lösung wie der Microsoft Authenticator oder ein Hardware-Sicherheitsschlüssel bietet einen wirklich effektiven Schutz, selbst wenn ein Passwort kompromittiert wurde. 

 

Die besten MFA-Methoden für sichere Zugriffe in Organisationen 

MFA ist eine Multi-Faktor-Authentifizierungsmethode: ein Sicherheitskonzept, das für den Zugang zu einem Konto mehrere Identitätsnachweise erfordert. 

Möglich ist beispielsweise eine Kombination aus:

  • Wissen (z. B. ein Passwort)
  • Besitz (z. B. ein Code, der an das Telefon gesendet wird)
  • Inhärenz (z. B. ein Fingerabdruck) 

Um die Sicherheit zu erhöhen, müssen Unternehmen eine an ihre Organisation angepasste MFA integrieren. Dabei gibt es einige Ansätze, die sich durch ihre Effektivität und leichte Anwendbarkeit auszeichnen. 

Sicherheit auf der Grundlage eines Besitzfaktors 

Der Benutzer muss über ein externes Element verfügen, zum Beispiel 

  • ein mit einer Authentifizierungs-App konfiguriertes Smartphone
  • einen physischen Schlüssel, der mit den wichtigsten Standorten kompatibel ist
  • ein anderes persönliches Gerät, das bei der ersten Verbindung validiert wird 

Diese Methode verringert das Risiko einer Kompromittierung drastisch, selbst wenn ein Angreifer das Passwort oder die Telefonnummer des Opfers kennt. 

Sicherheit auf der Grundlage eines biometrischen Faktors 

Inhärenzfaktoren verstärken den Schutz noch weiter. Ein Fingerabdruck oder biometrischer Scan gewährt nur der berechtigten Person Zugang. In Kombination mit einem zweiten Faktor ist dieses System sehr widerstandsfähig gegen Angriffe. 

Sicherheit auf der Grundlage einer dedizierten Anwendung 

Der Einsatz von Apps wie Microsoft Authenticator oder ähnlichen Tools bietet eine zuverlässigere Authentifizierung als SMS. Solche Apps generieren einen temporären Code oder senden eine Push-Bestätigung an das Mobiltelefon. Auf vielen Websites werden diese Apps inzwischen empfohlen oder sogar vorgeschrieben. 

 

Warum Telefonnummern nicht mehr ausreichen 

In einem professionellen Umfeld sollte eine Telefonnummer nicht mehr die einzige Validierungsmethode sein. Angreifer können eine SIM-Karte kapern oder Codes abfangen. Darüber können Anrufprobleme, Netzausfälle oder ein Verlust des Smartphones den Zugang erschweren und die Risiken erhöhen. Die Authentifizierung mithilfe einer App oder eines physischen Schlüssels ist eine weitaus sinnvollere Wahl. 

Diese Entwicklung betrifft grosse Unternehmen, Schulen, öffentliche Einrichtungen und Organisationen mit Telearbeit gleichermassen. MFA schützt die digitale Identität unabhängig vom Standort. 

 

Wie Sie MFA in Ihrem Unternehmen schnell und effizient umsetzen 

MFA kann in kurzer Zeit eingeführt werden, wenn ein strukturierter Ansatz verfolgt wird. 

Am Anfang steht immer eine Zugriffskartierung 

Zunächst müssen kritische Anwendungen, sensible Seiten und Ressourcen identifiziert werden, die online zugänglich sind. Die Konten von Führungskräften, Finanzteams, internem Support und Administratoren sind vorrangig zu sichern. Diese Vorarbeit gewährleistet, dass jeder Standort oder Dienst, der zu viele riskante Verbindungen erhält, durch einen zuverlässigen zweiten Faktor geschützt wird. 

Internes Support-Center 

Wenn ein Team oder ein Experte für die Einführung verantwortlich ist, werden Fehler vermieden. Dieser Support begleitet die Migration, kümmert sich um Probleme mit verlorenen Mobiltelefonen, unterstützt die Nutzer und passt den Zugang je nach Bedarf an. 

Einführung eines starken zweiten Faktors 

Die Prioritäten im Unternehmen sollten wie folgt gesetzt werden: 

  • Eine App wie Microsoft Authenticator
  • Ein resilienter Hardware-Schlüssel
  • Eine biometrische Validierung auf dem Smartphone oder einem anderen Gerät 

Dadurch wird eine stärkere Authentifizierung und eine sichere Verbindung zwischen dem Benutzer und den Ressourcen geschaffen. 

Kommunikation und Datenschutzhinweis 

Eine gute interne Kommunikation muss an Folgendes erinnern: 

  • Zweck der MFA
  • Schutz von Geld und sensiblen Daten
  • Neue Sicherheitsvorschriften
  • Auswirkungen auf die Arbeitsbelastung
  • Anpassungen im Datenschutzhinweis 

Ziel ist es, eine reibungslose und übereinstimmende Umstellung zu gewährleisten. 

 

Fazit 

Die Multi-Faktor-Authentifizierung ist heute eine wesentliche Säule der Sicherheit in Schweizer Unternehmen. Durch die Kombination eines Passworts mit einem zweiten Faktor (Besitz- oder Inhärenzfaktor) und einer zuverlässigen App reduziert das Unternehmen seine Risiken und schützt seine Online-Konten. MFA schränkt Brute-Force-Angriffe ein, verhindert eine Kompromittierung, selbst wenn ein Handy oder eine Telefonnummer verloren geht, und bietet eine stärkere Resilienz gegen moderne Bedrohungen. 

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